FÜR GENIEßER | FÜR ABENTEURER | FÜR KULTURINTERESSIERTE
Wer über Gran Canaria sinniert, mag schnell an Cluburlaub denken. An weite Sandstrände und Meer, Fisch und Honigrum. Doch die spanische Insel vor der Nordwestküste Afrikas bietet so viel mehr. Gran Canaria ist nicht nur ideal, wenn Sie entspannt reisen wollen. Sondern auch, wenn Sie Wellen reiten oder Museen lieben. Wenn Sie sich nach den Sternen sehnen oder schon immer mal Salz gewinnen wollten.
Ganz gleich, welche Art des Reisens Sie bevorzugen: Wir haben die richtigen Stationen für Sie. Folgen Sie den Punkten auf der folgenden Karte, um Ihre nächsten Stopps zu finden. Das Besondere: Je nach Pfad, können Sie zwischendurch auch eine andere Route wählen – und Ihre Zeit möglichst flexibel gestalten. Vamos!
Eine Insel, drei Arten zu reisen
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Stationen für Kulturinteressierte
Die Insel verstehen – durch Geschichte und Handwerk
Stationen für Abenteurer
Zwischen Wind, Wasser und Milchstraße
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Stationen für Genießer
Natur mit allen Sinnen entdecken
Blumen fühlen, Wasser hören
Nach einer halben Stunde Fahrt erreichen Sie die Nordwestküste. In Agaete reihen sich weiße Häuser an dem Berghang entlang. Im Ortszentrum lässt es sich im Blumengarten Huerto de las Flores inmitten seltener Pflanzenarten entspannen. Beim Schließen der Augen riechen Sie reife Mangos und hören das Vogelgezwitscher zwischen den Zweigen. Nach einem rund 20-minütigen Spaziergang erreichen Sie das Fischerdorf Puerto de las Nieves. Hier trifft die Ruhe auf den Atlantik – gleichmäßige Wellen, Stimmen aus kleinen Cafés, Salz auf der Haut.
Wer ein imposantes Treffen von Berg und Meer erleben möchte, besucht den Naturpark Tamadaba. Auf der 30-minütigen Fahrt filtern Pinien das Licht, die Luft wird kühler. Entlang der Route brechen die Klippen abrupt zum Atlantik ab.
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Bananen riechen, Vulkane schmecken
Die Vulkane sind nicht nur beeindruckend anzusehen, sie verleihen ein besonderes Aroma. Hier entstehen Weine, die es nur auf Gran Canaria gibt: mineralisch, leicht salzig, geprägt vom vulkanischen Boden. Auf dem Weg von Tejeda Richtung Kraterfelsen liegen Stationen entlang der Ruta del Vino. Etwa die Bodega Frontón de Oro, hoch über San Mateo. In den kleinen Bodegas öffnen Familien ihre Türen, erzählen zwischen Fässern und Reben von Traditionen, die über Generationen gewachsen sind.
Weiter nördlich zeigt sich im Mundo del Plátano, warum die Banane lange als inoffizielles Symbol der Insel galt. Zwischen den reifen Bananenstauden liegt ein süßlich-schwerer Duft in der Luft. Auf den Plantagen hören Sie das Abschlagen der Stauden und kosten die süßen reifen Früchte.
Langsam reisen, schnell rasten
Nach der Landung am Flughafen an der Ostküste beginnt die Fahrt ins Inselinnere. Die Straßen werden schmaler, Reisebusse seltener, mit jedem Höhenmeter verändern sich Natur und Luft. Die Landschaft reicht von grünen Tälern über Pinienwälder bis hin zu imposanten Bergen. An Aussichtspunkten und auf Picknickplätzen machen Sie immer wieder Rast. Ein Ort für Slow Travel.
Nach etwa einer Stunde erreichen Sie die Bergdörfer rund um Tejeda. Einige Unterkünfte ermöglichen Einblicke ins Dorfleben: etwa bei der Mandelernte oder bei der Produktion von Bergkäse.
Eine weitere Stunde östlich liegt der Bandama-Krater. Ein weiter, dunkler Kessel aus erstarrter Lava. Der Wind trägt den Duft trockener Erde und wilder Kräuter. Entlang der Wege zum Mirador del Cornical zeigen sich seltene Pflanzen und kreisende Turmfalken.
Schwimmen und Surfen
Die Strände an den Küsten bieten ideale Bedingungen für Wassersport – vom ruhigen Schwimmen bis zu dynamischen Wassersportarten wie Windsurfen oder Wingfoil. Dabei hebt sich das Brett scheinbar mühelos über die Wasseroberfläche, getragen vom Wind.
Im Süden rund um Maspalomas und Playa del Inglés liegen die meistbesuchten Strände. Weiter im Westen wird es ruhiger – etwa bei La Aldea oder Playa de Mogán.
Unter der Wasseroberfläche zeigt sich wiederum eine eigene Welt. Beim Schnorcheln beobachten Sie Fische – am besten in den wärmeren Sommermonaten, dann ist das Wasser ruhiger. Für erfahrene Taucher liegt einer der eindrucksvollsten Spots an der Ostküste: das Gebiet El Cabrón bei Arinaga. Unter dem Wasser haben Sie hier eine klare Sicht, sehen Felsspalten und Höhlen.
Suchen und Staunen
Nach Sonnenuntergang verändert sich die Stimmung auf Gran Canaria. Die Hitze weicht, Geräusche werden seltener, und über den Bergen wird der Nachthimmel sichtbar. In den Höhenlagen scheint er näher zu sein als anderswo – dunkel, tief, fast greifbar. Alles, auch dank einer geringen Lichtverschmutzung. Von der Unesco wurde die Insel deswegen als Starlight Destination ernannt. Sie gehört somit zu den besten Orten Europas für Sternenbeobachtung.
Aussichtspunkte wie San Bartolomé de Tirajana bieten ideale Bedingungen. In klaren Nächten ist es nicht ungewöhnlich, die Milchstraße mit bloßem Auge zu erkennen.
Bei den Ureinwohnern
Auch die Ureinwohner kannten den Wert des besonderen Nachthimmels. Im Inselinneren liegen Risco Caído und die Heiligen Berge. Ein Ensemble aus archäologischen Stätten. Hier wird sichtbar, dass die Berge nicht nur Lebensraum waren, sondern auch ein spiritueller Bezugsraum. Insbesondere zur Zeit der Sonnenwende: Dann fiel Licht gezielt in die Haupthöhle und machte Reliefs sichtbar, die auf ein astronomisches Observatorium deuten.
Rund 80 Kilometer weit entfernt verdichten sich die Spuren der Altkanarier in der La Fortaleza de Ansite. Höhlen, Speicher und Rückzugsorte geben Einblick in ein Leben, das eng mit Landschaft und Klima verbunden war. Ein besonderer Zugang entsteht im Museum: Eine nachgebaute Steinbehausung auf der Dachterrasse. Diese wurde so eingerichtet, wie die Urbevölkerung zu dieser Zeit gelebt hat.
Auf den Märkten
Etwa eine halbe Stunde weiter nördlich liegt Telde. In der Casa Condal spielt Kunsthandwerk eine wichtige Rolle: Hier werden Diplome an Handwerker verliehen und Ausstellungen gezeigt. Samstags finden Sie auf dem Wochenmarkt regionale Werke. Typisch für die Region sind bunte Töpferarbeiten mit floralen Mustern.
Gefällt Ihnen das, sollten Sie auch nach Firgas gehen. Hier sehen Sie eine 30 Meter lange Wasserkaskade – umgeben von kunstvollen Fliesenbildern, die die Kanarischen Inseln darstellen.
Doch nicht nur durch Höhlen, Teller oder Fliesen erfahren Sie mehr über das Leben auf der Insel. Machen Sie die Augen auf, wenn Sie durch die Städte und Dörfer gehen. Betrachten Sie die Architektur in Vierteln wie Vegueta, dem ältesten Las Palmas.
Gran Canaria
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Wandern und Rennen
Wer sich lieber an Land statt im Wasser austobt, muss wieder ins Landesinnere. Rund um Tejeda beginnen einige der eindrucksvollsten Wander- und Radrouten der Insel. Der Weg S-70 zum Roque Nublo etwa. Hier gehen Sie über Pflastersteine, an schroffe Felsen und weite Täler vorbei. Wie in Weg in einer anderen Zeit – allein, weil die Zahl der Besucher begrenzt ist. Ein Beispiel übrigens, wie sich Gran Canaria für Nachhaltigkeit einsetzt.
Wer eine Herausforderung sucht, nimmt an einer der jährlich stattfindenden Sportveranstaltungen teil. Bei Transgrancanaria durchqueren zum Beispiel Läufer die Insel von Las Palmas im Norden bis Maspalomas im Süden. 125 Kilometer lang ist die Strecke mit über 6700 Höhenmetern im Anstieg.
In den Salzgärten
Kultur lässt sich aber auch in gelebten Traditionen entdecken. Etwa an der Südostküste, in den Salinas de Tenefé. Hier wird Salz aus reinem Meereswasser gewonnen. Zunächst wirkt die Landschaft still, mit flachen Becken und klaren Linien. Erst bei genauerem Hinsehen zeigt sich die Struktur dahinter. Wasser wird geleitet, verdunstet in der Sonne und hinterlässt Schicht für Schicht Salz. Alles folgt einem präzisen Rhythmus aus Wind, Wärme und Zeit. Im Informationszentrum lernen Sie mehr über den Prozess der Salzgewinnung.
Ein besonderes Highlight gibt es noch zur Morgen- und Abenddämmerung: Durch Mikroorganismen im Wasser und der Reflektion des Lichts schimmern die Salzgärten in den Farben des Himmels.
Jede Station zeigt eine andere Art, die Insel zu lesen. Klicken Sie mit der Maus über die verschiedenen Themen, um mehr zu erfahren:
Für Genießer Die Insel bewusst erleben
Für Abenteurer – Die Insel aktiv erkunden
Für Kulturinteressierte – Die Insel verstehen
Sie möchten noch mehr über die Insel erfahren? Hier finden Sie die wichtigsten Fakten über „Gran Canaria“.
Agaete
Bandama-Krater
Naturpark Tamadaba
Mundo del Plátano
Tejeda
Bodega Frontón de Oro
Maspalomas
La Aldea
El Cabrón bei Arinaga
Rund um Tejeda
La Fortaleza de Ansite
Risco Caído und die Heiligen Berge
Vegueta
Firgas
Salinas de Tenefé
Las Palmas
Playa de Mogán
Telde
„El tiempo no se mide, se vive.“
– Zeit wird nicht gemessen, sie wird gelebt.
(Jorge Luis Borges, argentinischer Schriftsteller)
„Caminante, no hay camino, se hace camino al andar.“
– Wanderer, es gibt keinen vorgezeichneten Weg, der Weg entsteht durchs Gehen.
(Antonio Machado, spanischer Dichter)
„La cultura es la memoria del pueblo.“
– Kultur ist das Gedächtnis eines Volkes.
(Miguel de Unamuno, spanischer Schriftsteller)
Roque
Nublo
San Bartolomé de Tirajana
